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Herz der Fabrik

Die Dampfmaschine war das zentrale Antriebselement. Der aufwendig ausgestattete Maschinenraum bildete den Rahmen für den Stolz der Fabrik. Größe und ­Schönheit von Raum und Maschine demonstrierten Macht und Bedeutung. Die Eigentümer von Johann Wülfing & Sohn besaßen eine der ­ersten Dampfmaschinen im Tal. Sie unterstützte­ am­ ­Anfang die recht launische Wasserkraft. Die Trans­mission,­ ein kompliziertes System von Wellen, Getrieben und ­Riemen, verteilte die Antriebskraft in dem gesamten Werk.­ Die Maschinisten der Energiezentrale gehörten zu den wichtigsten Arbeitskräften.
Auf lange Sicht war die Dampfmaschine ein Auslauf­­modell, doch zunächst wurden mit ihrer Antriebskraft­ auch andere Energieformen erschlossen. Gleichstrom-Dynamos lieferten Strom für die Beleuchtung. Ab 1901 produzierte ein neuer Generator im Maschinen­­haus­ ­Drehstrom. Zuerst nur für das allgemeine­ Stromnetz­ des Landkreises Lennep, später auch für die Firma. Elektromotoren traten an die Stelle der Transmission.­ Eine Dampfturbine ersetzte schließlich die Dampf­maschine. Bis 1996 stellte Wülfing ein Drittel des benötigten Stroms selbst her.